Erdbrand Workshop der UDK Berlin

Wie schon gesagt, auf unserem Hof tut sich grad so Einiges. Vor ein paar Wochen, als der Sommer noch sehr jung war, hatten wir Besuch von einer Gruppe Studenten der UDK Berlin, Fachrichtung Produktdesign. Johanna Dehio eine Freundin und gute Designerin, die den Kurs mitunter leitete, hatte die großartige Idee mit Studenten des Keramikkurses einen echten Erdbrandofen zu errichten. Der sogenannte Grubenbrand ist eine sehr ursprüngliche Art, mit der Menschen verschiedener Kulturen und Regionen der Erde ihre Keramik gebrannt haben.

Unser Campgelände, auf der auch die Hochzeit vergangenes Jahr stattfand, eignete sich hervorragend dazu. Die kleine Gruppe mietete sich für ein Wochenende bei uns ein. Auf der großen Wiese, die zum Camp gehört, schlugen sie am Samstag Ihre Zelte auf. Die mitgebrachten Keramikexponate hatten sie schon vorher in der Uni hergestellt. 00_piecesWunderschöne Produkte, die alle zunächst in der Wiese aufgestellt wurden. Die Studenten machten sich sofort an den Bau der Öfen. Der Plan war, drei verschiedene Arten von Öfen auszuprobieren. Zum einen der Grubenbrandofen, dann ein kleiner Papierofen, der auf der vorhandenen Feuerstelle errichtet wurde, und der dritte Ofen stellte eine kleine Blechtonne dar, die mit Deckel und Rohr zum Keramikofen wurde.

Für den Grubenbrandofen schaufelten ein paar Studenten zunächst ein 80cm tiefes Loch aus. Die Sonne brannte und die Schaufelnden waren sichtlich erfreut, dass der See für eine frische Abkühlung direkt am Grundstück liegt. Als das Loch tief genug war, wurde der Boden mit Ziegelsteinen ausgelegt und darauf kamen Holzscheiter, die auch gleich angezündet wurden, damit das Loch bald die gewünschte Brenntemperatur hatte. Mit Sägespäne wurden später die Tonobjekte in das Loch gelegt und dann zugedeckt. Der ganze Brand schwelte bis zum Sonntag durch.

Für den Papierofen stampften ein paar andere Studenten zunächst zwei Eimer Lehm. Sie stapelten um die ausgewählten Tonexponate Dachlatten, die dann mit dem Lehm und Papier verkleidet wurden. Der Berg wurde immer größer und am Ende entstand eine wunderschön grimmig guckende Skulptur die am Abend, als der Ofen in Brand gesetzt wurde, aus dem Kopf feuerte.

Den Rest der Objekte stellten die Studenten in die Feuertonne. Leider habe ich nicht mitbekommen, wie sie diese genau befeuerten, und das „Auspacken“ der Objekte habe ich leider auch verpasst, aber es hat wohl alles gut geklappt. Mit ein paar wenigen Scherben, sind alle sehr zufrieden mit den Ergebnissen gewesen. Und die Erfahrung war es in jedem Fall wert. Die Exponate kann man in der UDK Berlin bei einem Rundgang Ende Juli begutachten.

Es war eine sehr friedlich, fröhliche Stimmung auf dem ganzen Gelände. Zusätzlich zu den Objekten wurde auch noch Gemüse und ein mariniertes Hühnchen mit Ton ummantelt und in die Öfen mit dazu gelegt. In der Sommerküche des Camps konnten sich die Studenten ein leckeres Abendessen zubereiten und das gebrannte Essen war wohl sehr schmackhaft.

Die zwei Tage waren wunderschön, das sommerliche Wetter und der See haben ihren Teil dazu beigetragen dass der Workshop doch auch eine kleine Verschnaufpause vom Unistress war. Am Abend wurde sogar noch um den Feuerteufel getanzt. Für uns war es ein willkommener und gelungener Besuch, der unser Camp weitergebracht hat. Es wäre schön, noch weitere  Workshops mit kreativen, aufmerksamen Menschen hier stattfinden zu lassen.

Vielen Dank für das schöne Wochenende!

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